Jahresendfragebogen

Zugenommen oder abgenommen?
Erst abgenommen, dann wieder zugenommen.

Haar länger oder kürzer?
Unverändert.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Unverändert gleitsichtig.

Mehr bewegt oder weniger?
Zu Fuß mehr. Mit dem Rad weniger trotz Radreise von Wien nach Budapest.

Der hirnrissigste Plan?
Erstaunlich vernünftige Pläne – die wichtigsten Vorhaben sind aufgegangen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Für meine Verhältnisse war das ein recht risikoarmes Jahr.

Die teuerste Anschaffung?
Die neue Waschmaschine.

Das leckerste Essen?
Selbst gekocht nach den RainbowPlantLife Meal Plans. (Ziemlich genau vor einem Jahr durch diesen schönen Beitrag im Blog von Anke Gröner entdeckt: Erfahrungsbericht: Vegane Meal Plans von Rainbow Plant Life )

Die schönste Ausstellung?
Sehr viele schöne Ausstellungen gesehen, aber am schönsten war es, nach über 30 Jahren nochmal im Musée Rodin zu stehen und ebenso viel Begeisterung wie damals zu empfinden (und ein bisschen von dem damaligen Lebensgefühl).

Das überraschendste Buch?
Markus Pfeifer: „Springweg brennt“

Das beeindruckendste Buch?
Sebastian Haffner: „Geschichte eines Deutschen“

Der ergreifendste Film / die ergreifendste Serie?
Nix Ergreifendes gesehen. Die Mini-Serie „Die Affäre Cum-Ex“ fand ich ziemlich gut.

Das beste Theaterstück?
Nun ja. Immerhin überhaupt dreimal im Theater gewesen.

Das beste Lied?

Das schönste Konzert?
Zwei: Grigory Sokolov. Laurie Anderson.

2025 zum ersten Mal getan?
4 Wochen in Paris verbracht und dort einen Sprachkurs gemacht.

2025 nach langer Zeit wieder getan?
S.o., nach langer Zeit wieder in Paris gewesen. Meinen Interessen nachgegangen. Das Leben genossen. Alte Schulfreunde wiedergesehen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Arbeit. Nachdenken.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
mir selbst, Freunden, Mitschüler:innen im Sprachkurs, auf Reisen.

Vorherrschendes Gefühl 2025?
Nichts aufschieben, was mir wichtig ist.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Zahn-OP. Ungeplante Übernachtung im Metronom in Uelzen wegen einer Oberleitungsstörung. Die dieses Jahr ganz besonders nervige Bahnbaustelle. (Von der sich rasant verschlechternden Weltlage ganz zu schweigen.)

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mir einen Monat ihre Wohnung in Paris zu vermieten.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das weiß ich nicht.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Mir einen Monat ihre Wohnung in Paris zu vermieten.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ich freue mich sehr, dass Du da bist!“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Ich finde, Du solltest das tun.“

2025 war mit 1 Wort…?
Befreiend.

16. März 2025

Lange vor mir her geschoben, noch länger gedacht, nun endlich ist es soweit, ich versuche mich wieder im Bloggen:

Den Sonntag wie nun schon seit einigen Wochen damit begonnen, das Brot für die Woche zu backen und anschließend beim ersten Kaffee den Newsletter von Nils Minkmar „Der siebte Tag“ zu lesen. Dann ausgiebiges Sonntagsfrühstück, bei dem ich die eher zufällig noch kurz vor Ablaufdatum ganz hinten im Kühlschrank wieder entdeckte rumänische Brombeermarmelade öffne – ein vergessenes Mitbringsel der Interrailtour von 2023. Die Marmelade besticht optisch zwar mit zahlreichen ganzen Brombeeren, schmeckt aber wie „Brombeere in Zuckerkonzentrat“, ich wußte nicht, das irgend etwas derartig süß sein kann. Nun, vielleicht lässt sie sich ja tropfenweise verbrauchen.

Dazu höre ich die neueste Folge des sehr empfehlenswerten Podcasts „Ostausschuss der Salonkolumnisten“.

Der weitere Teil des Tages verläuft wegen anfliegender Erkältung eher gemächlich mit Haushaltsdingen. Nachmittags beschliesse ich, dass frische Luft gewiss gut tut und ich endlich den alten Handtuchstapel zum Altkleidercontainer bringen kann. Dieser ist allerdings schon bis zum Rand gefüllt, so dass ich letztlich einfach mit einem Stapel alter Handtücher spazieren gegangen bin, was sich schon ein wenig wunderlich angefühlt hat.

Abends habe ich beim Stöbern auf arte die Miniserie „Notre Dame – die Jahrhundertbaustelle“ entdeckt und sie hat mich so gefesselt, dass ich zwei Teile sofort hintereinander gesehen habe. Sie berichtet über den Wiederaufbau nach dem verheerenden Brand und enthält viele beeindruckende Aspekte, angefangen von den großartigen Drohnenaufnahmen der Kathedrale von innen und außen über die Schilderung der Planung von Rekonstruktion und Restauration, die Zusammenarbeit von hochspezialisierten Wissenschaftler:innen und Gewerken (ich wußte bislang nicht, dass es Klangarchäologie überhaupt gibt) bis hin zur Architekturgeschichte und dem „statischen Wunder“. Wieder und wieder finde ich absolut faszinierend, dass so ein Bau im 12. Jahrhundert nicht nur erdacht, sondern auch umgesetzt werden konnte. Und wie damals die Menschen in den Steinbrüchen schon non verbal mit den Bauleuten vor Ort kommuniziert haben. Und mit welcher Geduld und mit Hilfe modernster Technik heute durchaus erfolgreich versucht wurde, über Jahrhunderte hinweg die damalige Bauweise zu verstehen. Ich hätte auch noch einen vierten und fünften Teil gerne gesehen. Noch bis zum 12. April in der Mediathek.

Tag 36 – 29.05.2023 Von Burgas nach Hamburg

Der letzte Reisetag beginnt genau wie der erste: mit einem völlig verregneten Vormittag, den ich dann einfach mit ausgiebigem Frühstück und Packen verbringe.

Lange habe ich hin und her überlegt, wie ich zurückreise, doch ich habe mich zugtechnisch sozusagen in eine Ecke manövriert – es gibt nur die langsameren Bummelzugverbindungen, die mich wieder Richtung Norden bringen würden. Und auch von Sofia aus ist es leichter, nach Thessaloniki oder Istanbul zu reisen als in einem Rutsch nach Budapest oder Wien. Auch reizvoll, aber nicht zielführend, wenn ich am nächsten Montag wieder im Büro sein will.

So verabschiede ich mich von dem Vorhaben, mit einer geschickten Reiseverbindung eventuell noch ein paar Tage in Paris zu verbringen und entscheide mich für den zufällig entdeckten Direktflug zurück nach Hamburg (auch wenn ich mich fühle, als würde ich mogeln).

Den Mittag verbringe ich mit kleinen Einkäufen wie Gefrierbeuteln, in die ich meine Handcreme etc. ja nun packen muss und einer Kofferwaage. Es regnet immer noch.

Auf dem Rückweg kaufe ich noch etwas Proviant bei der besten Bäckerei der ganzen Reise.

Und verabschiede mich vom Meer.

Die Möwen sind hier übrigens so groß wie die Katzen.

Vom Busbahnhof werde ich noch einen letzten Blick auf den Bahnhof.

Dann geht es von einem nahezu leeren Flughafen nach einem allerletzten Blick aufs Meer nach Hause. (Und es fühlt sich immer noch sehr, sehr seltsam an, in zweieinhalb Stunden Flug die Distanz zurückgelegt zu haben, die ich in fünf Wochen „er-reist“ hatte.)