Tag 30 – 23.05.2023 Sofia

Heute auch mit Cat Content. Im weitesten Sinne.

Beim Aufstehen sind es 13 Grad, als ich das Appartement verlassen will, bereits fast 23 Grad und es verspricht, ein sonniger Tag zu werden.

Die Rosen stehen hier schon in voller Blüte. Zunächst gehe ich ins Museum der Illusionen, das mottogemäß etwas mehr verspricht, als es dann hält, aber ein amüsanter Auftakt ist.

Vorbei an der leider derzeit geschlossenen Zentralmarkthalle und der Banja-Baschi-Moschee sowie der Fontäne mit dem schönen Namen „Zentrale Badeanstalt“ spaziere ich ins Museum für Lokalgeschichte.

Das Museum ist im ehemaligen Zentralen Mineralbad Sofia untergebracht. An der Hauswand befindet sich auch noch der Trinkwasserbrunnen, der aus der Thermalwasserquelle gespeist wird. Ich probiere auch gleich – das Wasser ist warm und schmeckt weich und sehr angenehm.

Sofia als eine der ältesten Städte Europas hat eine sehr interessante Siedlungsgeschichte und das Museum tolle Ausgrabungsgegenstände. Ich bin schon wieder ganz begeistert über diesen Tontopf aus dem Neolithikum, der auf das erste Viertel des 6. Jahrtausends v. Chr. datiert ist!

Auch an die Römerzeit und das Mittelalter erinnern beeindruckende Dinge. Das Glas! Die blauen Glasfiguren kann man noch erahnen!

Aus der Zarenzeit Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine etwas befremdliche Inszenierung und schöne Musikinstrumente.

Zu schade, dass das Zentrale Mineralbad Sofia nach der Schliessung 1986 nicht als Bad wiederhergestellt wurde – das Gebäude gibt aber noch einen Eindruck, wie es gewesen sein mag. Ich wäre sofort hinein gegangen!

Weiter geht es vorbei an den Kolonnaden des Einkaufszentrums ZUM, der kleinen Saint Petka Kirche und der Statue der Heiligen Sofia, die meiner Meinung nach sowohl im Hinblick auf die Darstellung (diese Goldfarbe zu dem Schwarz, uggh!) als auch auf die Geschichte recht fragwürdig ist.

Dann vorbei an „Drama, Baby!“ (leider hat mir das Internet nicht verraten, was für eine Statue das ist) und dem armen Löwen, der schon etwas resigniert guckt, weil er seit Jahr und Tag die Alexander-Newski-Kathedrale anstarren muss – die ich von aussen weit spektakulärer als von innen finde.

Herr Kater überlegt, ob er ins Restaurant geht und ich laufe weiter entlang der Sveti Sedmochislenitsi-Kirche und interessanter Architektur in Richtung des Nationalen Kulturpalast.

Vom Kulturpalast geht es weiter zum Vitosha-Boulevard (der mich seltsamerweise an die Frankfurter Freßgass‘ erinnert, ohne dass ich sagen kann, weshalb)

Hinter dem Löwen des Stadtgerichts werfe ich noch einen Blick in die Kathedrale Sweta Nedelja und vorbei am grimmigen Löwen der Löwenbrücke über den Wladaja-Fluss (der eher und zwar seit jeher ein Rinnsal ist) geht es zurück zum Appartement.

Nun mit Blueberry-Cidre auf den Balkon – oder doch lieber Mango-Lime? In diesem Sinne: „Happy Coca-Cola!“