Tag 27 – 20.05.2023 Von Bukarest nach Veliko Tarnovo

Es ist wieder Reisetag.

Zum letzten Mal der Glockenklang der Biserica Luterană (Lutheran Church), bevor es zum Bahnhof geht.

Vom Bahnhof Bucuresti Nord fährt eine Art S-Bahn mit Gepäckablage in 3 Stunden bis nach Ruse, das kurz hinter der bulgarischen Grenze liegt.

Die Donau bildet über 608 km die Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien und ich habe sie noch nie in solcher Breite gesehen wie bei der Überfahrt nach Ruse. (Leider kein Foto wegen der graffitibemalten Scheiben).

Auch hier ausführliche Grenzkontrollen mit Einsammeln der Ausweise, bzw. Pässe, Warten, Aushändigen, jeweils einmal pro Land.

Ich wüsste zu gerne, was da eigentlich kontrolliert wird. Werden alle Ausweise geprüft und die Ein- und Ausreise registriert? Werden nur Stichproben gemacht? Sind die EU-Länder vernetzt? Gerade habe ich gelesen, dass Bulgarien und Rumänien noch nicht Teil des Schengen-Raums sind, was die vergleichsweise ausführlichen Kontrollen erklärt.

Die halbe Stunde Umstiegszeit ist damit vergangen und fast alle hüpfen rasch in den einzigen anderen Zug, der geduldig wartet, da auch er Teil der einzigen täglichen Zugverbindung von Bukarest nach Sofia ist.

So rattern wir weitere zwei Stunden in einem alten Intercity durch die flache, grüne Mailandschaft und ich bin sehr froh, dass ich am richtigen Bahnhof aussteige, da hier nur kleine Schildchen am Bahnhofsgebäude den Ortsnamen zeigen, die sich ausserdem gerne hinter Zweigen verstecken.

Während des einstündigen Aufenthalts in Gorna Oryahovitsa braut sich ein Gewitter zusammen, das sich kurz darauf auch mit prasselnden Regenschauern entlädt.

Die Fahrt von Gorna Oryahovitsa nach Veliko Tarnovo dauert zum Glück nur achtzehn Minuten, alles dampft vom warmen Regen. Am Bahnhof angekommen regnet es noch immer, wenn auch nicht mehr so stark, kein Taxi frei, kein Bus in Sicht, also stapfe ich mit dem Koffer 20 Minuten durch regennasse Straßen und bin sehr froh, nass, verschwitzt und mit Halsschmerzen vom Vortag den Koffer in das Zimmer im dritten Stock gehievt zu haben und nach einer heißen Dusche sogar noch einen geöffneten Supermarkt zu finden, um bei Ingwertee den Abend ausklingen zu lassen.

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