Tag 25 – 18.05.2023 Bukarest

In Rumänien ist hier heute kein Feiertag, doch ich verbringe den halben Tag entspannt im Appartement, wasche Wäsche und bastele am Blog. Der Versuch, ein Ticket für eine Führung durch den Parlamentspalast zu bekommen, scheitert daran, dass ausschließlich telefonische Reservierungen akzeptiert werden und die Dame am Telefon dann kurz und bündig erklärt, sie spräche kein Englisch. Aber es gibt ja ausreichend anderes zu besichtigen.

Der erste Weg führt mich zum Athenäum, einer Konzerthalle in Bukarest, die nur 5 Minuten vom Appartement entfernt liegt und ich habe Glück: Hinter einer großen Seitentür, die nur schwer, aber nicht verschlossen ist, sitzt tatsächlich eine freundliche Dame und verkauft mir noch ein Ticket für das Konzert am selben Abend, das online schon als ausverkauft gezeigt wird.

DIe Zeit bis zum Konzert verbringe ich mit einem kleinen Spaziergang und entdecke zufällig ein kleines privates Museum, das Muzeul Theodor Aman. Das Museum selbst befindet sich in dem Haus, das Theodor Aman (1831 – 1891) in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Karl Storck inklusive der Möbel entworfen hat. Dort befand sich sein Atelier und er wohnte ebenfalls da. Das Museum ist so klein und versteckt, dass man klingeln muss, worauf zwei nette Damen einen einlassen und anschließend wie unsichtbare Schatten die einzige Besucherin durch das Erdgeschoss begleiten, wo sich die Ausstellung befindet.

Theodor Aman eröffnete die erste Kunstschule von Rumänien, die „National School of Fine Arts“ und befasste sich vor allem mit Genremalerei.

Der weitere Weg führte vorbei am Memorialul Renașterii (Memorial of Rebirth) zur Erinnerung an die Revolution 1989 (links im Bild das Innenministerium), der Casa de Economii și Consemnațiuni (Hauptsitz der CEC Bank) zum Ufer der Dâmbovița.

Die Architektur ist beeindruckend, den Weg vor sich sollte man dennoch im Blick behalten.

Am Abend höre ich ein sehr schönes Konzert der Staatsphilharmonie George Enescu im Athenäum. Das Gebäude aus dem 19. Jh. war tasächlich ursprünglich für einen Zirkus mit Manege gedacht und wurde wegen Geldmangels dann mittels Spenden eine Konzerthalle.

Der kreisrunde Konzertraum sorgt für eine interessante, insbesondere beim Chor etwas wuchtige Akustik. Gespielt werden das Te Deum von Antonín Dvořák, das Konzert für Klavier und Orchester von Valentin Gheorghiu, einem zeitgenössischen rumänischen Komponisten und nach der Pause ganz klassisch Beethovens 5. Symphonie (die mir sehr gute Laune macht).

Durch eine laue Mainacht geht es zurück ins Appartement.

2 Gedanken zu „Tag 25 – 18.05.2023 Bukarest

  1. Hi, ich bin durch Mastodon auf Deinen Blog aufmerksam geworden, und ich finde ihn richtig, richtig toll! 🙂 Du schreibst sehr angenehm und untermalst Deine Eindrücke wunderbar, mit starken Bildern. Ich werde sicher gerne wieder einmal rein schauen! Liebe Grüsse, Johanna

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