Tag 36 – 29.05.2023 Von Burgas nach Hamburg

Der letzte Reisetag beginnt genau wie der erste: mit einem völlig verregneten Vormittag, den ich dann einfach mit ausgiebigem Frühstück und Packen verbringe.

Lange habe ich hin und her überlegt, wie ich zurückreise, doch ich habe mich zugtechnisch sozusagen in eine Ecke manövriert – es gibt nur die langsameren Bummelzugverbindungen, die mich wieder Richtung Norden bringen würden. Und auch von Sofia aus ist es leichter, nach Thessaloniki oder Istanbul zu reisen als in einem Rutsch nach Budapest oder Wien. Auch reizvoll, aber nicht zielführend, wenn ich am nächsten Montag wieder im Büro sein will.

So verabschiede ich mich von dem Vorhaben, mit einer geschickten Reiseverbindung eventuell noch ein paar Tage in Paris zu verbringen und entscheide mich für den zufällig entdeckten Direktflug zurück nach Hamburg (auch wenn ich mich fühle, als würde ich mogeln).

Den Mittag verbringe ich mit kleinen Einkäufen wie Gefrierbeuteln, in die ich meine Handcreme etc. ja nun packen muss und einer Kofferwaage. Es regnet immer noch.

Auf dem Rückweg kaufe ich noch etwas Proviant bei der besten Bäckerei der ganzen Reise.

Und verabschiede mich vom Meer.

Die Möwen sind hier übrigens so groß wie die Katzen.

Vom Busbahnhof werde ich noch einen letzten Blick auf den Bahnhof.

Dann geht es von einem nahezu leeren Flughafen nach einem allerletzten Blick aufs Meer nach Hause. (Und es fühlt sich immer noch sehr, sehr seltsam an, in zweieinhalb Stunden Flug die Distanz zurückgelegt zu haben, die ich in fünf Wochen „er-reist“ hatte.)

Tag 35 – 28.05.2023 Burgas

Eigenwillig ist dieser Tag, windig und der Himmel leicht bewölkt, die Rufe der Silbermöwen hallen durch die Luft. So lange gereist, so viel gesehen – voller Eindrücke und leer an Wünschen gehe ich durch den Sea Garden genannten Park zum Meer.

Das, was ich von Burgas gesehen habe, ist nicht so erwähnenswert, doch das Meer, heute ganz in grün und grau, und die Uferanlagen mit ihrem abgeschabten Glanz erzählen lauter kleine Geschichten.

Und wie immer bin ich erstaunt, wenn sich ein Ort so sehr mit der Vorstellung deckt, die ich mir von ihm gemacht habe.

Tag 34 – 27.05.2023 Von Plovdiv nach Burgas

Die letzte Reiseetappe vor dem Schwarzen Meer! Eine letzte Zugfahrt nun durch die Oberthrakische Tiefebene.

Nach vier Stunden erreiche ich Burgas und der Bahnhof liegt auch direkt neben dem Hafen. Die feuchte Luft verrät schon die Meeresnähe. Nach einem Zwischenstopp in der Unterkunft erkunde ich am Spätnachmittag den Hafen. Hier das Hafengebäude und die Zollagentur.

Der Hafenbereich ist beliebt bei den Sardinenfischern und als Ausflugsziel.

Wenn ich mir das Ensemble des Burgas Passenger Terminal so anschaue, bin ich nicht ganz sicher, ob hier nicht auch interstellare Reisen angeboten werden.

Und da ist es nun nach ca. 3.800 km Bahnfahrt, schönen Begegnungen, beeindruckenden Landschaften, tollen Städten und überhaupt einer großartigen Reise: das Schwarze Meer.