Tag 2 – 25.04.2023 Köln und Bonn

Der zweite Tag beginnt mit einer Hundeschnauze, die mir vorsichtig ins Ohr schnauft, um festzustellen, ob ich schon wach bin. Jetzt ja und zur rechten Zeit, um pünktlich in der Apotheke den Tollwutimpfstoff abzuholen und mir in der Kölner Arztpraxis, bei der ich sehr unkompliziert von Hamburg aus einen Termin vereinbaren konnte, die zweite Tollwutimpfung abzuholen, die für Reisen nach Südosteuropa empfohlen werden.

Dann hurtig mit der Bahn nach Bonn, um ein wenig in der eigenen Vergangenheit zu schwelgen und einen unterhaltsamen Nachmittag mit meiner Nenntante zu verbringen, der nach einem opulenten Mittagessen im Kreuzgang des wiedereröffneten Münsters ausklingt („der einzige vollständig erhaltene Kreuzgang diesseits der Alpen“ wie uns die Gästeführerin des Münsters erklärte)

Nun schnell wieder über den Rhein gehüpft, um nach einem leckeren Abendessen bei Freunden sich noch ein paar Gedanken über „what could possibly go wrong“ einer sechswöchigen Interrailreise als Einzelperson zu machen (völlig überflüssigerweise).

Tag 1 – 24.04.2023 Köln

Die erste Reiseetappe führt von Hamburg nach Köln. Bei Sonnenschein um 06:11 Uhr gestartet, stehe ich bei strömendem Regen um 09:44 Uhr am Kölner Hauptbahnhof und überlege kurz und das einzige Mal, ob ich die kommenden sechs Woche nicht lieber auf meinem Sofa verbringen möchte. Doch kaum bei den Kölner Freunden angekommen ist jeder Gedanke daran verflogen und kaum ein Vorschlag hätte zur Reiseeinstimmung besser geeignet sein können, als der, das Kolumba Museum zu besuchen. Denn die Jahresausstellung trägt den schönen Titel „making being here enough“ – Ort und Subjekt und in der Einleitung zur Ausstellung heisst es u.a.:

„…Mit der Ausstellung untersuchen wir anhand von Kunstwerken aus vielen Jahrhunderten das Verhältnis von Ort und Subjekt. Wie nehmen wir uns – bewusst oder unbewusst – an Orten wahr und was machen Orte aus uns? Wie erinnern wir uns an Orte? Wie gehen wir mit Orten um, die wir nicht erreichen können? Spielen diese Orte für unsere Vorstellungskraft eine Rolle?…“

Wie passend. Ausstellung und vor allem auch das Museumsgebäude selbst begeistern mich und sind ein guter Auftakt.